Für den Ernstfall gewappnet

Raiffeisen-Volksbank Lichtenfels-Itzgrund eG spendet einen Defibrillator im Wert von 2650 Euro an die Herzog-Otto-Mittelschule.

„Wir wünschen es nicht, aber im Notfall können wir Leben retten“, sagt Schulleiter Wolfgang Fischer. „Im Ganztagsbetrieb kann immer mal etwas passieren. Prävention ist wichtig, um Leben zu halten und Leben zu retten.“ Für den Ernstfall Herzstillstand ist die Herzog-Otto-Mittelschule (HOS) nun gewappnet. Kürzlich übergab Lilia Koch von der Raiffeisen-Volksbank Lichtenfels-Itzgrund einen Defibrillator in die Obhut des frisch gegründeten Schulsanitätsdiensts. Die 2650 Euro teure Spende steht nun zentral und schnell zugänglich im Aula-Bereich.

Schnelles Handeln bei Herzkammerflimmern wichtig

In Deutschland sterben jährlich über als 100000 Menschen außerhalb von Krankenhäusern an einem plötzlichen Versagen der Herzfunktion. Ursache für „plötzlichen Herztod“ ist meist Herzkammerflimmern. Dabei pumpt der Herzmuskel nicht mehr koordiniert, sondern zuckt mit hoher Frequenz – er „flimmert“. Abrupt sinkt die Pumpleistung des Herzens auf null; der Kreislauf kommt zum Stillstand. Ein Defibrillator (oder Schockgeber) kann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammerflattern (bei der Defibrillation) oder ventrikuläre Tachykardien, Vorhofflimmern und Vorhofflattern (bei der Kardioversion) beheben und so einem plötzlichen Herztod vorbeugen. Dafür wird die Energie über großflächige Elektroden abgegeben. Entweder werden die mit den Händen auf den Brustkorb des Patienten gedrückt („Paddles“) oder auf den Brustkorb geklebt („Klebeelektroden“ oder „Fast-Patches“). Tritt ein solches Herzkammerflimmer auf, ist eine Defibrillation die einzig wirksame Maßnahme zur Lebensrettung. Je früher sie einsetzt, desto größer sind die Überlebenschancen für die Betroffenen. Indes bleibt den Helfern wenig Zeit: Mit jeder Minute, die ohne Hilfe verrinnt, sinkt die Lebenserwartung um bis zu zehn Prozent; nach drei bis fünf Minuten sterben erste Gehirnzellen ab. Doch so schnell schafft es ein Notarzt nur selten an den Unglücksort.

Schüler als "Sanitäter"

Möglicherweise war diese schnelle und auch durch Laien wie die Schulsanitäter zu leistende Hilfe der Hauptgrund, warum sich der Förderverein der HOS dieses Gerät wünschte. Hochwertige Ausstattung sei für die Schule und die Verbesserung der Notfallversorgung unerlässlich, so Fischer. Dazu ist der Defibrillator ein wichtiger Teil.

Text und Bild: Philipp Fischer

Lilia Koch (links) von der Raiffeisen-Volksbank Lichtenfels-Itzgrund eG übergab kürzlich den Defibrillator an die Herzog-Otto-Schule Lichtenfels. Darüber freuen sich neben dem Schulleiter Wolfgang Fischer (hintere Reihe, 2. von links) und dem Sicherheitsbeauftragten der Schule, Karl-Heinz Jäger (hintere Reihe, 3. von links), auch die Schulsanitäter.